Ferdinand-Porsche-Gymnasium



Schule:Ferdinand-Porsche-Gymnasium in Stuttgart
Produkte:Green Slim-Serie

Projektstart in Stuttgart
Ferdinand-Porsche-Gymnasium wird zur „Quecksilberfreien Schule“

Stuttgart – Klimaschutz und Umweltbewusstsein werden am Ferdinand-Porsche-Gymnasium in Stuttgart-Zuffenhausen schon seit langem groß geschrieben. Das Gymnasium mit rund 800 Schülern betreibt mehrere Photovoltaikanlagen und deckt damit ein Viertel seines Strombedarfs. Auch mit dem Titel „Energiesparmeister“ darf sich die Schule schmücken, seit sie vor fünf Jahren einen entsprechenden Bundeswettbewerb gewonnen hat. Jetzt nimmt das Gymnasium am Projekt „Quecksilberfreie Schule“ teil, das die Firma Casio entwickelt hat. „Am Ferdinand-Porsche-Gymnasium wird Umweltbewusstsein nicht nur behauptet, sondern gelebt. Deshalb haben wir diese Schule als erste in Deutschland für unser Projekt ‚Quecksilberfreie Schule’ ausgewählt“, sagte Günter Grefen, Bereichsleiter Professional Visual Products und Office & School Equipment der Firma Casio beim Projektstart am 6. Juni.
Ferdinand-Porsche-Gymnasium
Silvia Fischer, Stadträtin der Grünen, Günter Grefen von CASIO, Carmen Nasse, Schulleiterin und Dieter Bareis, Lehrer und Umweltbeauftragter am Ferdinand- Porsche-Gymnasium (von links nach rechts) bei der Übergabe der Projektoren zum Start des Projekts „Quecksilberfreie Schule“.

Das japanische Unternehmen Casio, vielen Schülern bekannt durch seine Taschenrechner, ist auch Hersteller von Projektoren, mit denen viele Klassenräume weltweit ausgestattet sind. Auch im Ferdinand-Porsche-Gymnasium (FPG) sind mehr als dreißig Klassenräume mit Beamern von Casio bestückt. Diese kommen aufgrund einer besonderen Technologie ohne die sonst bei Projektoren üblichen Quecksilber-Dampflampen aus. Sie nutzen stattdessen eine hybride Lichtquelle mit LED und Laser, die eine Helligkeit von bis zu 3500 Lumen erzeugt, sehr langlebig und besonders umweltfreundlich ist.

Schulleiterin Carmen Nasse schätzt an diesen Projektoren nicht nur die Umweltfreundlichkeit durch den Verzicht auf das hochgiftige Schwermetall Quecksilber, sondern auch die Wartungsfreiheit der Geräte. „Diese Projektoren sind zwar etwas teurer in der Anschaffung, aber dafür brauchen sie keine Ersatzlampen“, so die Direktorin. „Außerdem sind sie sehr einfach in der Handhabung und haben keine lange Aufwärmphase. Diese Funktionalität brauchen wir in Klassenräumen.“ Dass der Stromverbrauch der Casio-Projektoren zudem um bis zu vierzig Prozent niedriger ist als bei Modellen mit Quecksilber-Dampflampen, ist ein weiteres Plus. „Wir haben das durchgerechnet und uns deshalb für Casio-Projektoren entschieden“, so Carmen Nasse.

Casio nimmt als japanisches Unternehmen die sogenannte Minamata-Konvention besonders ernst: ein von den Vereinten Nationen erarbeitetes Übereinkommen mit dem Ziel, jegliche Freisetzung von Quecksilber zu verhindern oder zumindest zu minimieren. „Die Umweltkatastrophe von Minamata ist im kollektiven Gedächtnis Japans fest verankert“, so Günter Grefen. 1957 gelangten nahe der Küstenstadt Minamata große Mengen an Quecksilber ins Meer, mehrere tausend Japaner erkrankten schwer, da sie durch das Schwermetall kontaminierten Fisch aßen, viele starben sogar an den Folgen. 128 Staaten haben die Minamata-Konvention unterzeichnet, 91 Staaten haben bislang ratifiziert. Deutschland ratifizierte im September 2017 und im Dezember 2017 trat somit das Übereinkommen für Deutschland in Kraft. Ab 2020 dürfen viele quecksilberhaltige Produkte nicht mehr produziert oder gehandelt werden.

Ab sofort werden in dem Gymnasium in Zuffenhausen nach und nach einzelne Stockwerke saniert, es gibt neue Fenster und die Deckenlampen werden ersetzt. Deshalb müssen die neunten und zehnten Klassen in Container umziehen. Damit die Schüler auch während der mehrjährigen Baustellenzeit nicht auf Visualisierungen verzichten müssen, hat Casio dem FPG im Rahmen des Projekts „Quecksilberfreie Schule“ vier mobile Projektoren der Green Slim Serie für den Einsatz in den Containern gespendet. Günter Grefen von Casio Europe ist zur Übergabe der Geräte eigens vom Firmensitz in Norderstedt angereist: „Es ist uns ein großes Anliegen, Schüler für die Gefährlichkeit von Quecksilber zu sensibilisieren“, sagte er zum Projektstart.

Die für Zuffenhausen zuständige Grünen-Stadträtin Silvia Fischer und Bernd Volkert vom Abgeordnetenbüro des baden-württembergischen Umweltministers Franz Untersteller waren beim Projektstart und der Übergabe der mobilen Casio-Projektoren ebenfalls dabei und haben sich im Ferdinand-Porsche-Gymnasium über die umweltfreundliche und energiesparende Technologie informiert. „Das leuchtet ein“, sagte Silvia Fischer. Das Thema Quecksilber wird mit dafür entwickelten Unterrichtseinheiten den Schülerinnen und Schülern in den kommenden Wochen näher gebracht: Mehrere Lehrerinnen und Lehrer des FPG haben fächerübergreifend Unterrichtsinhalte entwickelt, die sich mit dem Thema Quecksilber in Medizin, Energieerzeugung und Umwelt beschäftigen. Zum Schulfest, das kurz vor den Sommerferien stattfindet, werden die Ergebnisse der Unterrichtseinheiten den Eltern, Schülern und weiteren Besuchern präsentiert. Die Überreichung der Auszeichnung „Quecksilberfreie Schule“ wird ebenfalls in diesem Zusammenhang stattfinden.

Schüler präsentieren ihr Wissen über Quecksilber
Beeindruckt vom großen Engagement

Stuttgart-Zuffenhausen – Der größte Andrang beim alljährlichen Schulfest des Ferdinand-Porsche-Gymnasiums (FPG) herrschte vor dem Schalter, an dem die Jahrbücher verkauft wurden: Alle Klassen sind darin abgebildet, ebenso die besonderen Aktivitäten der Schüler. So gab es in diesem Jahr z. B. eine Darstellung der Klimaausstellung und einen Bericht über das Projekt „Quecksilberfreie Schule“. An diesem von der Firma Casio initiierten Projekt beteiligt sich das FPG als erste deutsche Schule. Die Schüler der 9c haben zusammen mit einem Biokurs der Oberstufe eine Ausstellung zum Thema Quecksilber erarbeitet und beim Schulfest erstmals präsentiert. Wie wird Quecksilber bei der Goldgewinnung eingesetzt, warum ist Quecksilber so giftig und wie entsorgt man eine Energiesparlampe, die Quecksilber enthält? Auch mit der Umweltkatastrophe im japanischen Küstenort Minamata, bei der in den 1950er Jahren Quecksilber im Meer verklappt wurde, das erst die Fische und dann über die Nahrungskette die Menschen vergiftete, haben sich die Schüler auseinandergesetzt. Dass bei der Goldgewinnung auf den Philippinen vor allem Kinder den hochgiftigen Quecksilberdämpfen ausgesetzt sind, hat die Schüler des FPG besonders empört.

Im Unterricht für Naturwissenschaft und Technik mit Herrn Bareis und in Biologie mit Frau Beyer haben die Schüler sich mehrere Wochen mit dem Thema beschäftigt und ihre Ergebnisse auf Plakaten und in Kurzvorträgen vorgestellt. Bei der Präsentation dabei war auch Günter Grefen von der Firma Casio. Als japanisches Unternehmen liegt Casio die Vermeidung von Quecksilber besonders am Herzen. Wie gefährlich dieses hochgiftige Schwermetall ist, weiß der General Division Manager der Abteilungen Professional Visual Products und Office & School Equipment längst. „Heute habe ich aber noch einiges zum Thema Quecksilber dazugelernt“, zeigte sich Grefen beim Schulfest des Ferdinand-Porsche-Gymnasiums beeindruckt und bedankte sich bei den Schülern. Auch Schulleiterin Carmen Nasse war bei der Präsentation dabei und sprach den Schülern danach ein dickes Lob aus: „Das habt ihr super gemacht!“

Seit 2010 werden in den Projektoren von Casio keine Leuchten mehr eingesetzt, die Quecksilber enthalten. Stattdessen sorgt in den Casio-Beamern eine hybride Lichtquelle mit LED und Laser für eine Helligkeit von bis zu 3500 Lumen. Im FPG sind bereits seit vielen Jahren mehr als 30 dieser quecksilberfreien Projektoren im Einsatz. Kürzlich hat Casio der Schule weitere vier mobile Beamer im Rahmen des Projekt „die quecksilberfreie Schule“ übergeben. So können auch während der Schulsanierung in den Interimsklassenzimmern moderne Präsentationstechniken eingesetzt werden. „Das Ferdinand-Porsche-Gymnasium hat mich mit seiner Photovoltaikanlage auf dem Dach und dem großen Engagement für Klimaschutz und Nachhaltigkeit sehr beeindruckt“, sagte Günter Grefen auf dem Schulfest. Dort überreichte er Schulleiterin Carmen Nasse auch eine Urkunde, mit der Casio dem FPG die Teilnahme am Projekt „Quecksilberfreie Schule“ bescheinigt.